Warum ich meine Waage losgeworden bin

Hier ist die bittere Wahrheit: Die Waage hat mein Leben 10 Jahre lang bestimmt und beeinflusst. Jeden Tag musste ich mein Gewicht kontrollieren, am besten morgens und abends. Es gab sogar Phasen, an denen ich viermal am Tag auf die Waage stieg.

– 100 Gramm auf der Waage und mein Tag hat mit einem Lächeln angefangen.
– 400 Gramm und ich war richtig beflügelt!
+ 100 Gramm: „Hmm, der gestrige Tag war leider nicht so erfolgreich.“
+ 400 Gramm: „Heute muss ich das unbedingt loswerden. Joggen? Eine Trinkdiät machen? Beides!“
+ 900 Gramm: „Du bist absolut wertlos und verdienst eine Bestrafung.“

The scales can only tell you what you weigh; NOT who you are.               © Steve Maraboli

Diese Zahlen haben bestimmt, wie ich in den Tag startete, wie ich mich fühlte, was ich über mich dachte, was ich aß und wie viel Sport ich machte. Die Waage diktierte, ob ich mich belohnen oder bestrafen sollte. Die Waage war im Grunde genommen eine der Hauptbestimmer meines Wertes.

Und warum hatte sie so viel Macht über mein Leben? Ganz einfach: Weil ich ihr diese Macht gegeben habe. Wenn ich jetzt daran zurückdenke, stelle ich mit Schmerz fest, wie miserabel mein Leben war bzw. wie miserabel ich mein Leben gemacht habe.

Anstatt also achtsam mit mir selbst umzugehen, auf meinen eigenen Körper zu hören und ihn wirklich zu fühlen, ließ ich zu, dass zufällige Zahlen meinen Wert und meinen Umgang mit meinem Körper bestimmten.

Jetzt ist meine Waage im Keller und ich kann nur eins sagen: Was für eine Befreiung! Ich habe die freiwillig und vor vielen Jahren abgegebene Macht endlich zurückerlangt.

Jetzt lehne ich es ab, meine Laune und meinen Wert von einem elektronischen Gerät abhängig machen zu lassen. Ich möchte in Verbindung mit meinem eigenen Körper sein und auf sein Wohlergehen achten, anstatt ihn als ein fremdes, minderwertiges Objekt zu behandeln. Ich beschließe, dass mein Körper mir wichtiger ist, als willkürliche Zahlen. Ich erkenn an, dass mein Gewicht nicht meinen Wert als Person definiert. Ich entscheide mich bewusst für Achtsamkeit, Liebe und Fürsorge.

Wofür entscheidest du dich?

3 Schritte zu radikaler Selbstakzeptanz
Du isst, was du bist

0 comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.