Willst du ein positives Körperbild haben? Schütze dich.

In Frankreich gilt seit einigen Monaten das neue Gesetz: Jedes Bild, das digital bearbeitet wurde, muss mit einem speziellen Symbol bezeichnet werden. Und während ich diese Entscheidung begrüße und für einen Schritt in die richtige Richtung halte, möchte ich die Vermutung aussprechen, dass dies absolut nichts an der Macht ändern wird, die diese Bilder über uns haben. Warum? Weil es zwei psychologische Phänomene gibt, die das verhindern werden:

  • Mere-Exposure-Effekt
  • Subliminale oder unbewusste Wahrnehmung

Den Mere-Exposure-Effekt kann man ungefähr so zusammenfassen: Je mehr wir einer Sache ausgesetzt werden, desto mehr mögen wir sie und desto mehr glauben wir daran, dass sie die Wahrheit darstellt.

Das heißt, dass ein rein intellektuelles Verständnis hier nicht ausreicht.  Wir alle wissen, dass die meisten Bilder bearbeitet werden und dass die Frauen da draußen anders aussehen. Und trotzdem ziehen uns solche Bilder runter und lösen in uns Minderheitskomplexe aus.  Dies wäre nicht der Fall, wenn unser Wissen und unser Verstand uns davor ausreichend schützen könnten.

Im Bezug auf das neue Gesetz bedeutet der Mere-Exposure-Effekt, dass es für unsere Wahrnehmung absolut egal ist, ob das Bild mit einem Zeichen versehen ist oder nicht. Wir nehmen es wahr und addieren es automatisch zu all den zahlreichen Bildern, die bei uns schon gespeichert wurden; zu den Bildern, die eine unechte und trotzdem  ‘erstrebenswerte‘ Schönheit zeigen.

Hinzu kommt noch etwas, was die ganze Sache erheblich erschwert, nämlich die unbewusste Wahrnehmung.

Da wir täglich einer immensen Menge an Informationen (visuellen, auditiven, kinästhetischen etc.) ausgesetzt sind, können wir nur einen winzigen Teil davon bewusst wahrnehmen. Der Rest bleibt für uns angeblich unbemerkt. Die Wahrheit ist, dass selbst wenn wir ein Bild ganz flüchtig gesehen haben, hat unser Gehirn es registriert und gespeichert.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass du dich bewusst gegen solche Bilder schützest, die dir nicht guttun. Egal was die Botschaft hinter dem jeweiligen Bild ist. Wenn es dich herunterzieht, lösche es.  Distanziere dich von den Quellen, die solche Bilder in deine Reichweite bringen.

Comparing yourself to others is an act of violence against your authentic self ©Iyanla Vanzant

Hör auf Klatsch- und Modemagazine zu kaufen, die nur ein ganz enges und meistens auch unnatürliches Bild an Schönheit darstellen und dich über die neusten Diäten sowie die besten Blowjob-Techniken ‘aufklären‘. Im schlimmsten Fall werden da auch bekannte Frauen für ihre Cellulitis, Dehnungsstreifen, Falten und ihr Bauchfett ausgelacht und degradiert. Es gibt bestimmt andere Wege, wie du dein Geld so investieren kannst, dass du Spaß hast, dich dabei wohlfühlst und gleichzeitig auch für die Würde anderer Frauen einsetzt.

Überprüfe deine News Feed in sozialen Netzwerken. Wen siehst du da? Wie fühlst du dich dabei? Fühlst du dich schön, kraftvoll und einzigartig? Oder fühlst du dich im Vergleich zu den anderen nicht genug: nicht schön/schlank/erfolgreich/beliebt etc. genug? Unfollow Menschen, die dich runterziehen. Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich/sinnvoll ist, dann ändere deine Einstellungen so, dass du keine Neuigkeiten mehr von diesen Personen siehst.

Erschaffe dir im Internet einen Raum, in dem du regelmäßig bestärkt wirst und in der Vielfalt und Selbstliebe zur Normalität gehören.

Nimm dein Wohlergehen in deine eigenen Hände. Schütze dich.

 

Arbeite zusammen MIT deinem Körper und nicht gegen ihn
Alle Schamlippen sind schön

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