Tut dir dein Ernährungssystem wirklich gut?!

Frage:
Tut dir dein ERNÄHRUNGSSYSTEM wirklich gut?!

Kurze Antwort:
Wenn dein Ernährungssystem bei dir Stress und eine Menge Unsicherheit verursacht, dann ist dieses Ernährungssystem nicht das Richtige für dich, egal wie „gesund“ oder ethisch es sein mag.

Gerade passiert es sehr viel in der Ernährungswelt. Mehr und mehr Menschen verzichten auf Fleisch, viele lassen Tierprodukte weg und leben komplett vegan. Manche tun es, weil sie das schreckliche Tierleiden nicht unterstützen möchten und weil ihnen die Umwelt am Herzen liegt. Andere entscheiden sich dafür, weil sie die Horrorgeschichten darüber gehört und gelesen haben, wie schädlich Milchprodukte für ihren Körper angeblich sind. Bei einigen spielen all diese Faktoren eine Rolle.

Und wenn ich diese Bewegung von Herzen begrüße und unterstütze, möchte ich dennoch aufzeigen, warum das nicht immer der beste Weg für dich ist bzw. wie die Jagd nach Gesundheit dir sogar schaden kann.

Denn ich sehe es viel zu oft, dass Menschen sich vegan ernähren oder es versuchen, super gesund zu essen, und dann aber dadurch total gestresst sind. Sie schränken sich ein, verbieten sich Produkte, auf die sie so richtig Lust haben, und haben dann noch ein schlechtes Gewissen, wenn sie „die Kontrolle verlieren“ und etwas Verbotenes zu sich nehmen.

DAS ist keine gesunde Ernährung für mich. DAS ist ein Ernährungssystem, das auf Verbot, Verzicht, Kontrolle und letztendlich Scham aufgebaut ist. Das ist ein System, dessen Erhaltung dich viel Kraft, Energie und Zeit kostet. Und das ist etwas, was in deinem Körper das sympathische Nervensystem aktiviert und ihn dadurch in einen Dauerstresszustand versetzt.

Das ist sehr wichtig zu verstehen:

Egal ob du auf einer Diät bist oder ob du ein neues Ernährungssystem ausprobierst, wenn das bei dir Verunsicherung und Angst auslöst und wenn deine Gedanken ständig um dieses eine Thema kreisen, dann nimmt dein Körper das als Stress wahr. Wir tendieren dazu, zu denken, dass Stress etwas Erhebliches sein soll, etwas, was uns wirklich erschüttert und aus der Bahn wirft. Nein, wenn du das Essen fürchtest und es als Feind betrachtest, dann bereitet sich dein Körper automatisch darauf vor, mit diesem imaginären Feind umzugehen, d.h. entweder ihn zu attackieren oder vor ihm zu flüchten. So fließt dein Blut weg von den Verdauungsorganen hin zum Kopf und in deine Glieder, damit du besser denken und laufen kannst, der Stresshormon Cortisol wird ausgeschüttet. Cortisol treibt auch den Insulinspiegel in die Höhe. All das verursacht Folgendes:

  • dein Stoffwechsel wird verlangsamt
  • der Muskelaufbau wird gehemmt
  • die Einlagerung des Fetts in der Gewebe wird begünstigt, vor allem im Bauchbereich
  • Heißhungerattacken kommen öfter vor

D.h. anstatt deinem Körper etwas Gutes zu tun, verursachst du nur unnötigen Stress für ihn und trägst zu deiner eigenen Gewichtszunahme bei.

Daher mein Aufruf an dich:

Du musst dir nichts aufzwingen. 
Du musst nicht von heute auf morgen Vegetarierin oder Veganerin werden.
Bitte, gehe liebevoll mit dir selbst um. Höre auf deinen Körper! Höre, was deine Seele dir sagt. Und wenn du den Ruf verspürst, mit deiner Ernährung zu experimentieren, then go for it! Aber immer mit Achtsamkeit und mit Wertschätzung, d.h. vielleicht brauchst du noch ein paar Monate, bis du wirklich BEREIT für diesen neuen Schritt bist. Oder vielleicht kannst du die Umstellung sanft durchführen und erstmal nur ein paar Produkte weglassen. Alles geht. Alles ist erlaubt. Die Hauptsache: Du setzt dich nicht unter Druck und hörst immer mal wieder in dich hinein.

Denn wenn du etwas von Herzen und aus purer Liebe heraus machst, wenn deine Seele danach ruft, wenn du für den neuen Schritt bereit bist, dann wird es dir leicht fallen. Wenn die Umstellungen jedoch auf Angst basiert sind, wenn du dich dadurch eingeschränkt fühlst, wenn du dich ständig kontrollieren musst, dann ist es nicht der richtige Weg für dich. Zumindest JETZT noch nicht.

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Bildquelle: Pexels.com

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